Auf die Dichtigkeitsprüfung vorbereiten

Beratung

Für eine qualifizierte Beratung zum Thema Dichtigkeitsprüfung wenden Sie sich zunächst am besten an das zuständige Bauamt oder den Abwasserverband Ihrer Gemeinde. Eine Liste mit seriösen und lokalen Dienstleistungsanbietern, an die man sich für die Arbeiten am Abwassersystem wenden kann, hängt hier aus.
Auch in Ingenieurbüros können Sie bei allen Fragen zur Dichtheitsprüfung neutral und unabhängig, jedoch für Vergütung, beraten lassen. Diese sind zudem geeignet, sie bei eventuell anstehenden Sanierungsarbeiten der Abwasserleitungen zu beraten.

Sammelaufträge


Hilfen und Förderungen durch Kommunen oder das Land sind nicht vorgesehen. Darum ist es sinnvoll sich für die Dichtigheitsprüfung mit Nachbarn abzusprechen, um durch Sammelaufträge, den Aufwand für Fachbetriebe zu senken und die Kosten für die Inspektion drastisch zu vermindern.

Vor Ort

Ein reibungsloser Ablauf vor Ort spart oft Kosten und Mühen. Stellen Sie frühzeitig die notwendigen Planunterlagen zusammen oder beschaffen Sie diese beim Bauordnungsamt.
Das eigene Suchen nach Schächten auf dem Grundstück und nach Revisionsöffnungen und Bodeneinläufen in Gebäuden erleichtert später die Koordination der Untersuchungs- und Sanierungsmaßnahmen. Räumen Sie auch den Zugang zu Revisionsklappen und -schächten frei.

Rechtzeitig prüfen


Es ist sinnvoll, die Prüfung rechtzeitig durchführen zu lassen und nicht erst kurz vor Ablauf der Frist eine Firma für die Dichtigkeitsprüfung zu engagieren. Es kann passieren, dass durch den enormen Andrang, die Kosten der Inspektion stark ansteigen oder die Prüfung gar zu spät durchführbar ist. Eine Zweitprüfung kann zudem notwenig werden und verhindern, dass Sie den Dichtheitsnachweis termingerecht erbringen können. In diesem Fall sollten Sie sich umgehend mit der zuständigen Behörde in Verbindung setzen und informieren, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Betrifft mich die Dichtigkeitsprüfung?

Direkt betroffen sind alle Grundstückseigentümer!

Der Grundstückseigentümer ist verpflichtet sein Entwässerungssystem so zu betreiben, dass von ihm keine Gefahr für das Allgemeinwohl ausgeht. Dazu muss er innerhalb einer vorgeschriebenen Frist, seine Abwasserleitungen von qualifiziertem Fachpersonal auf Funktionalität und Dichtheit überprüfen lassen.

Mieter sind nur indirekt betroffen!

Mieter müssen der vom Eigentümer/Vermieter engagierten Firma lediglich Zugang zu Abwasserleitungen auf dem Grundstück und im Gebäude gewähren. Er muss damit rechnen, dass es während des Prüfzeitraumes zu Einschränkungen bei der Nutzung allen abwasserproduzierenden Geräten kommt.

Sanierung defekter Abwasserleitungen

Ursachen

Entwässerungssysteme haben nur ein begrenzte Lebenserwartung. Alterung, falsche Werkstoffwahl, Vernachlässigung der betrieblichen Nutzung oder unsachsliche Bauausführen führen früher oder später zu Rissen und Undichtigkeiten im gesamten Abwassersystem. Defekte Leitungen und Schächte müssen deshalb regelmäßig überprüft und gegenbenenfalls fachmännisch saniert werden.

Mögliche Schäden und deren Konsequenzen
   

  • Verlust der Statik führt zu Rohr- bzw. Kanalbrüchen und erheblicher Gefährdung für die Umwelt
  • Scherbenbildung und Ablagerungen im Sohlbereich führen zu verlangsamten Abfluss des Schmutzwassers
  • Undichtigkeit der Wände führt zu Abwasseraustritt und Grundwasserverschmutzung, sowie Grundwassereintritt und hydraulischer Überlastung


Wenn ein Sanierungsbedarf festgestellt ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Schäden zu beheben.

Sanierungsverfahren

Man unterscheidet in drei Verfahrensgruppen

  1. Reparatur - lokal begrenzte Schäden werden behoben
  2. Renovierung - die Funktionsfähigkeit der Abwasserleitungen wird unter Einbeziehung des Altrohres verbessert
  3. Erneuerung - neue Abwasserleitungen werden hergestellt

Schachtsanierung

Bedeutung von Schächten

Schächte sind häufig der einzige Zugang zum Abwassersystem von Privatgrundstücken. Ihre Instandhaltung ist damit von großer Bedeutung. Risse und Löcher in Schachtwänden führen zu instabilität und verringern die lebensdauer vom gesamten Entwässerungssystem.

Durchführung

Um einen Schacht zu sanieren, wird dieser zunächst gründlich gereinigt.
Wassereinbrüche kann man mithilfe von Mörtel oder Injektion schnell härtenden Kunstharzes abdichten. Die Reprofilierung (Ausbesserung der Fehlstellen) wird genauso vorgenommen.
Die Wandsubstanz wird zum Schluss mit einer vor Korrosion schützenden Verschließschicht versiegelt.
Die Steigeisen, sowie die Renovierung der Schachtsohlen und Rohreinbindungen können zum Sanierunsplan von Schächten dazugehören und für Stabilität und Sicherheit sorgen, sind jedoch nicht immer notwendig.

Gesetzliche Grundlagen der Dichtigkeitsprüfung

DIN 1986 - Teil 30

Abwasserleitungen müssen dicht sein, damit die darin enthaltenen Substanzen das Erdreich und das Grundwasser durch Undichtigkeiten nicht verunreinigen. Der Gesetzgeber beschließt mit der DIN 1986- Teil 30 "Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke - Instandhaltung", dass Grundstücksentwässerungsleitungen, Schächte, Abwassersammelgruben und Kleinkläranlagen von privaten Grundstücken bis zum 31.12.2015 auf Dichtheit zu überprüfen sind. Festgestellte Mängel müssen nach dem neusten Stand der Technik von Fachfirmen behoben werden.

Dichtigkeit muss von entsprechendem Fachpersonal entweder mit einer optischen Untersuchung oder einer Druckbeschlagung mit Wasser oder Luft geprüft werden.

Unterschiede

Je nach Art und Lage der Leitungen können sich die Einzelheiten und Überprüfungszeiträume jedoch von der DIN 1986 - Teil 30 unterscheiden. Bitte informieren Sie sich hierzu bei uns auf den entsprechenden Seiten zu Ihrem Bundesland und zu den verschiedenen Prüfzeiträumen in Wasserschutzgebieten.