Übersicht der Wasserschutzgebiete Hamburgs

Für Hamburg gilt nach § 18b Wasserhaushaltsgesetz in Verbindung mit DIN 1986-30 die Pflicht für Grundstückseigentümer einer Erstprüfung sämtlicher Abwasserleitungen und Schächte bis spätestens zum 31.12.2015.

Ein Nichtbefolgen dieser Vorschriften gilt als Ordnungswidrigkeit und kann zu einer Bußgeldstraße führen. Sollten zudem über undichte Abwasserleitungen Schadstoffe in den Untergrund gelangen, die zu Boden- oder Grundwasserverunreinigungen führen, kann sich der Eigentümer sogar strafbar machen.

 

Dichtheitsnachweise sind bei den Bauprüfabteilungen der Bezirks- oder Ortsämter vorzulegen.

 

Hamburgisches Abwassergesetz (HmbAbwG)§ 15 HmbAbwG(Gesetz) - Landesrecht Hamburg

Unterhaltung und Betrieb von Grundstücksentwässerungsanlagen

(1) Die Grundstücksentwässerungsanlagen sind von den Eigentümerinnen und Eigentümern in einem ordnungsgemäßen Zustand, insbesondere wasserdicht und dicht gegen das Eindringen von Baumwurzeln, zu halten. Eingedrungene Baumwurzeln hat die Eigentümerin bzw. der Eigentümer der Grundstücksentwässerungsanlage zu entfernen und die Anlage wiederherzustellen, es sei denn, sie bzw. er weist nach, dass die Anlage bis zum Eindringen der Baumwurzeln dicht gewesen und die Undichtigkeit erst durch die Baumwurzeln hervorgerufen worden ist. Kann die Eigentümerin bzw. der Eigentümer der Grundstücksentwässerungsanlage den Nachweis nach Satz 2 führen, hat die Eigentümerin bzw. der Eigentümer des Baumes die Maßnahmen nach Satz 2 durchzuführen. Die Eigentümerin bzw. der Eigentümer hat die Durchführung der Maßnahme zu dulden.

(2) Die allgemein anerkannten Regeln der Technik sind bei Betrieb, Unterhaltung, Wartung, Überprüfung und Eigenüberwachung von Grundstücksentwässerungsanlagen einzuhalten. Entsprechen Betrieb, Unterhaltung, Wartung, Überprüfung und Eigenüberwachung den von der zuständigen Behörde eingeführten Technischen Betriebsbestimmungen, gelten diese Voraussetzungen als erfüllt. Die Einführung Technischer Betriebsbestimmungen ist im Amtlichen Anzeiger bekannt zu machen. Soweit im Einzelfall durch die zuständige Behörde nichts anderes festgelegt worden ist, sind Abscheideranlagen für Fette mindestens einmal monatlich zu leeren und zu reinigen. Abscheideranlagen für Leichtflüssigkeiten sind mindestens halbjährlich zu warten; die zurückgehaltenen Leichtflüssigkeiten und Schlammmengen sind entsprechend den eingeführten technischen Betriebsbestimmungen nach Erfordernis zu entnehmen.

(3) Die Eigentümerin bzw. der Eigentümer oder die nutzungsberechtigte Person ist verpflichtet, Abwasserbehandlungsanlagen durch Fachbetriebe warten und zurückgehaltene Stoffe durch Fachbetriebe entsorgen zu lassen. Mit Ausnahme bei Abscheideranlagen kann die Wartung auch von fachkundigem Personal der Eigentümerin bzw. des Eigentümers oder der nutzungsberechtigten Person durchgeführt werden. Die Fachkunde ist der zuständigen Behörde auf Verlangen nachzuweisen.

(4) Abscheideranlagen für Fette oder Leichtflüssigkeiten sind nach den auf Grund von Absatz 2 veröffentlichten Technischen Betriebsbestimmungen durch nach Absatz 6 zugelassene Fachkundige überprüfen zu lassen.

(5) Das Abwasser aus Abwassersammelgruben sowie sonstiges Abwasser, das nicht unmittelbar über einen Sielanschluss eingeleitet und für das eine Befreiung nach § 10 nicht erteilt werden kann, ist von den Nutzungsberechtigten durch einen Fachbetrieb mit geeigneten Fahrzeugen rechtzeitig vor Füllung abfahren zu lassen und an einer von der Stadtentwässerung bezeichneten Übergabestelle den öffentlichen Abwasseranlagen zuzuführen. Die zuständige Behörde kann im Einzelfall Zeiträume für die Abfuhr festlegen.

(6) Die in Absatz 4 genannten Fachkundigen und die in den Absätzen 3 und 5 genannten Fachbetriebe bedürfen der Zulassung durch die zuständige Behörde. Die Zulassung ist zu erteilen, wenn

1. die oder der Fachkundige die erforderlichen Fachkenntnisse nachweist oder

2. der Fachbetrieb nachweist, dass er über geeignetes Personal für die Abfuhr, über Fachkräfte mit besonderer Sachkunde und Erfahrung auf dem Gebiet der Wartung von Abwasserbehandlungsanlagen sowie über geeignete Geräte und Fahrzeuge verfügt.

Die Zulassung kann auf bestimmte Tätigkeiten beschränkt und zeitlich befristet werden. Sie kann widerrufen werden. Das Zulassungsverfahren kann über den Einheitlichen Ansprechpartner Hamburg abgewickelt werden. Es gelten die Bestimmungen über die einheitliche Stelle der §§ 71a bis 71e des Hamburgischen Verwaltungsverfahrensgesetzes (HmbVwVfG) vom 9. November 1977 (HmbGVBl. S. 333, 402), zuletzt geändert am 15. Dezember 2009 (HmbGVBl. S. 444, 449), in der jeweils geltenden Fassung. § 42a HmbVwVfG findet Anwendung mit der Maßgabe, dass die Frist nach § 42a Absatz 2 Satz 1 HmbVwVfG sechs Monate beträgt. In anderen Bundesländern erteilte Zulassungen gelten auch in der Freien und Hansestadt Hamburg. Dies gilt auch für vergleichbare Zulassungen anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Bei Zulassungen nach den Sätzen 8 und 9 ist die Aufnahme der Tätigkeiten der zuständigen Behörde anzuzeigen. Diese kann die Vorlage der entsprechenden Nachweise und Urkunden verlangen.

(7) Zum Nachweis der ordnungsgemäßen Wartung von Abwasserbehandlungsanlagen nach Absatz 3, der Prüfung nach Absatz 4 und der Abfuhr und Beseitigung des Abwassers nach Absatz 5 ist von der Eigentümerin bzw. dem Eigentümer oder der nutzungsberechtigten Person, den Fachbetrieben und den Fachkundigen ein Nachweis mit Belegen zu führen und der zuständigen Behörde auf Verlangen zur Prüfung vorzulegen. Der Senat wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung die Einzelheiten über die Form und den Inhalt, das Führen, die Aufbewahrung und die Vorlage der Nachweise sowie über das Einbehalten von Belegen durch die zuständige Behörde zu regeln.

(8) Niederschlagswasser darf nicht in Kläranlagen oder Abwassersammelgruben eingeleitet werden. Es ist so abzuführen, dass Nachbargrundstücke und öffentliche Wege nicht beeinträchtigt werden.

Hinweis

Die Inhalte dieser Seite dienen lediglich zu Informationszwecken. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Gewährleistung oder Haftung übernommen. Die Ausführungsbestimmungen zur Überprüfung der Abwasserdichtungen sind kommunal unterschiedlich geregelt. Für verbindliche Angaben wenden Sie sich bitte an die zuständige Gemeinde.

Was wird geprüft?

Generell werden alle im Erdreich verlaufenden Abwasserleitungen geprüft auf:

  • Funktionsfähigkeit der Schächte
  • sichtbare Schäden
  • eindringendes Grundwasser
  • Befahrbarkeit der Leitungen


Die Untersuchung betrifft alle

  • Schmutzwasserleitungen,
  • Mischwasserleitungen,
  • Kontrollschächte und
  • Revisionsöffnungen
  • Klärgruben


auf dem Grundstück.

Dichtigkeit von Fachbetrieben prüfen lassen

Fachpersonal

Dichtheitsprüfungen, sowie die anschließende Sanierung dürfen nur von Fachbetrieben durchgeführt werden.
Die Mitarbeiter müssen betriebs-, bau- und materialtechnisches Sachverständnis aus dem Entwässerungsbereich nachweisen können und das Fachwissen zur Dichtigkeitsprüfung von Grundstücksentwässerungsanlagen durch entsprechende Schulungen erworben haben.
Beim Bauamt oder Abwasserverband kann man sich Dank einer Liste über seriöse Firmen erkundigen.

Ausstattung


Fachkundige Betriebe sollten folgende Geräte mit sich führen, um die Dichtigkeitsprüfung ordnungsgemäß durchführen zu können:

  • abbiegefähige Schiebekamera mit Dreh-/Schwenkkopftechnik,
  • Hochdruck-Spülanlage (100 l/min./150 bar),
  • Ortungssender zur Lagebestimmung,
  • digitaler Videorekorder mit Datenarchivierung auf CD oder DVD,
  • digitaler Kamera


Achtung: Keine Haustürgeschäfte durchführen!

Unseriöse Firmen, sogenannte "Kanalhaie", wittern Ihr großes Geschäft bei der Vielzahl an Dichtigkeitsprüfungen, die in den nächsten Jahren durchgeführt werden und bieten ihre Leistungen zu niedrigen Preisen an unachtsame Eigentümern an der Haustür an.
Anschließend werden von ihnen enorme Schäden festgestellt, die der Eigentümer nach Abschluss eines Vertrages nun zu horenden Preisen zahlen muss.

Sanierung defekter Abwasserleitungen

Ursachen

Entwässerungssysteme haben nur ein begrenzte Lebenserwartung. Alterung, falsche Werkstoffwahl, Vernachlässigung der betrieblichen Nutzung oder unsachsliche Bauausführen führen früher oder später zu Rissen und Undichtigkeiten im gesamten Abwassersystem. Defekte Leitungen und Schächte müssen deshalb regelmäßig überprüft und gegenbenenfalls fachmännisch saniert werden.

Mögliche Schäden und deren Konsequenzen
   

  • Verlust der Statik führt zu Rohr- bzw. Kanalbrüchen und erheblicher Gefährdung für die Umwelt
  • Scherbenbildung und Ablagerungen im Sohlbereich führen zu verlangsamten Abfluss des Schmutzwassers
  • Undichtigkeit der Wände führt zu Abwasseraustritt und Grundwasserverschmutzung, sowie Grundwassereintritt und hydraulischer Überlastung


Wenn ein Sanierungsbedarf festgestellt ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Schäden zu beheben.

Sanierungsverfahren

Man unterscheidet in drei Verfahrensgruppen

  1. Reparatur - lokal begrenzte Schäden werden behoben
  2. Renovierung - die Funktionsfähigkeit der Abwasserleitungen wird unter Einbeziehung des Altrohres verbessert
  3. Erneuerung - neue Abwasserleitungen werden hergestellt

Kosten der Sanierung

Abhängikeit der Kosten

Vorab lässt sich keine Aussage zur Höhe der Sanierungskosten treffen, da diese extrem variieren und abhängig sind von:

  • Länge und Verlauf der Leitungen
  • Verzweigungsgrad der Abwasserleitungen
  • Zugänglichkeit für Bauarbeiten
  • Art der Schäden
  • Außmaß der Schäden


Kosten schwanken stark

So bewegen sich die Kosten bei einem Grundstück in einer Spannweite von 1000 bis 6000 Euro. Man muss jedoch damit rechnen, dass diese Werte bis zu 30% schwanken können. Das hängt zum einen von regionalen Unterschieden als auch davon ab, wann man eine Sanierung vornehmen lässt. Kurz vor Ablauf der Prüffrist werden die Preise, aufgrund der großen Nachfrage sicherlich ansteigen.

Zusätzliche Wasserdichtigkeitsprüfung

Fehlerfrei prüfen

Der Gesetzgeber schreibt eine optische Dichtheitsprüfung zum Nachweis der Funktionalität des Entwässerungssystems der Grundstücke vor.
Es zeigt sich jedoch häufig, dass diese Methode recht ungenau ist und leicht, selbst große Mängel, vom Fachpersonal übersehen werden. Wer sicher gehen will, dass sein Abwassersystem fehlerfrei funktioniert, sollte eine zusätzliche Prüfung durch Druckbeschlagung mit Wasser oder Luft durchführen lassen. Dies ist zudem notwendig, wenn Teile des Leitungsnetztes mit der Kamera nicht zu erreichen sind.
Eine solche Dichtheitsprüfung ist aber vor allem bei der Erstprüfung sinnvoll, um eventuelle Schadstellen rechtzeitig feststellen zu können.

Vorgehensweise

Das Prinzip dieses Prüfvorgangs ist recht simpel:

Das Netz wird an seinem tiefsten Punkt mit einer pneumatischen Rohrblase druckdicht verschlossen. Anschließend leitet man Wasser( oder Luft) in den zu überprüfenden Leitungsabschnitt oder in das gesamte Netz. Ist ein konstanter Wasserpegel erreicht, beginnt die 15-minütige Prüfphase, in der Wasser, das während des Vorgangs austritt, nachgegossen und der Wasserzugabewert exakt festgehalten wird. Überschreitet dieser Wert die zuvor festgelegte erlaubte Grenze oder wird gar kein stabiler Wasserstand erreicht, gilt die Leitung als undicht und muss saniert werden.