Für Sachsen liegen derzeit keine speziellen Ausführungsbestimmungen vor. Es gilt die Din 1986 Teil 30 des Wasserschutzgesetztes.

 

Übersicht der Wasserschutzgebiete Sachsens

Hinweis

Die Inhalte dieser Seite dienen lediglich zu Informationszwecken. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben wird keine Gewährleistung oder Haftung übernommen. Die Ausführungsbestimmungen zur Überprüfung der Abwasserdichtungen sind kommunal unterschiedlich geregelt. Für verbindliche Angaben wenden Sie sich bitte an die zuständige Gemeinde.

Kosten der Sanierung

Abhängikeit der Kosten

Vorab lässt sich keine Aussage zur Höhe der Sanierungskosten treffen, da diese extrem variieren und abhängig sind von:

  • Länge und Verlauf der Leitungen
  • Verzweigungsgrad der Abwasserleitungen
  • Zugänglichkeit für Bauarbeiten
  • Art der Schäden
  • Außmaß der Schäden


Kosten schwanken stark

So bewegen sich die Kosten bei einem Grundstück in einer Spannweite von 1000 bis 6000 Euro. Man muss jedoch damit rechnen, dass diese Werte bis zu 30% schwanken können. Das hängt zum einen von regionalen Unterschieden als auch davon ab, wann man eine Sanierung vornehmen lässt. Kurz vor Ablauf der Prüffrist werden die Preise, aufgrund der großen Nachfrage sicherlich ansteigen.

Sanierung defekter Abwasserleitungen

Ursachen

Entwässerungssysteme haben nur ein begrenzte Lebenserwartung. Alterung, falsche Werkstoffwahl, Vernachlässigung der betrieblichen Nutzung oder unsachsliche Bauausführen führen früher oder später zu Rissen und Undichtigkeiten im gesamten Abwassersystem. Defekte Leitungen und Schächte müssen deshalb regelmäßig überprüft und gegenbenenfalls fachmännisch saniert werden.

Mögliche Schäden und deren Konsequenzen
   

  • Verlust der Statik führt zu Rohr- bzw. Kanalbrüchen und erheblicher Gefährdung für die Umwelt
  • Scherbenbildung und Ablagerungen im Sohlbereich führen zu verlangsamten Abfluss des Schmutzwassers
  • Undichtigkeit der Wände führt zu Abwasseraustritt und Grundwasserverschmutzung, sowie Grundwassereintritt und hydraulischer Überlastung


Wenn ein Sanierungsbedarf festgestellt ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Schäden zu beheben.

Sanierungsverfahren

Man unterscheidet in drei Verfahrensgruppen

  1. Reparatur - lokal begrenzte Schäden werden behoben
  2. Renovierung - die Funktionsfähigkeit der Abwasserleitungen wird unter Einbeziehung des Altrohres verbessert
  3. Erneuerung - neue Abwasserleitungen werden hergestellt

Gesetzliche Grundlagen der Dichtigkeitsprüfung

DIN 1986 - Teil 30

Abwasserleitungen müssen dicht sein, damit die darin enthaltenen Substanzen das Erdreich und das Grundwasser durch Undichtigkeiten nicht verunreinigen. Der Gesetzgeber beschließt mit der DIN 1986- Teil 30 "Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke - Instandhaltung", dass Grundstücksentwässerungsleitungen, Schächte, Abwassersammelgruben und Kleinkläranlagen von privaten Grundstücken bis zum 31.12.2015 auf Dichtheit zu überprüfen sind. Festgestellte Mängel müssen nach dem neusten Stand der Technik von Fachfirmen behoben werden.

Dichtigkeit muss von entsprechendem Fachpersonal entweder mit einer optischen Untersuchung oder einer Druckbeschlagung mit Wasser oder Luft geprüft werden.

Unterschiede

Je nach Art und Lage der Leitungen können sich die Einzelheiten und Überprüfungszeiträume jedoch von der DIN 1986 - Teil 30 unterscheiden. Bitte informieren Sie sich hierzu bei uns auf den entsprechenden Seiten zu Ihrem Bundesland und zu den verschiedenen Prüfzeiträumen in Wasserschutzgebieten.

Rohr- und Kanalsanierung in geschlossener Bauweise

Verfahren

Bei der Sanierung in geschlossener Bauweisse entfällt das Aufgraben des Grundstückes. Dafür können jedoch nur kleinere Schäden behoben werden und auch nur, wenn die Leitung noch stabil ist.
Über die Reinigungsleitung, die sich oft im Keller befindet, wird beim Inliner-Verfahren ein spezieller Schlauch in die rissige Abflussleitung eingezogen, um später die neue Innenwand des Abflussrohres zu bilden.

Vorteile:    

  • Baumaßnahmen nehmen wenig Zeit in Anspruch (1/2 Tag pro Leitung)
  • günstiger gegenüber der offenen Bauweise
  • Grundstücksoberfläche wird nicht beschädigt

Nachteile:   

  • sehr zeitintensiv
  • nur geringe Schäden(Risse, Scherben) sind behandelbar
  • Inlinerverfahren kann nur angewandt werden wenn ein Rohrdurchmesser von mindestens 10 cm gewährleistet ist

 

Kombination der Sanierungsverfahren

Selten kommt bei der Sanierung der Abwassersysteme nur ein Verfahren zur Anwendung, da Leitungsschäden oft über das Grundstück verteilt und nicht mit einer Bauweise zu beheben sind. In der Kombination von offener und geschlossener Bauweise lassen sich komplette Entwässerungsanlagen sanieren.

Ablauf der optischen Dichtigkeitsprüfung

Reinigung

Vor dem Beginn der Prüfung werden die Grund- und Anschlussleitungen mithilfe einer Hochdruck-Spüldüse, die über einen Schacht oder über eine Revisionsklappe in die Leitung eingeführt wird, gründlich gereinigt.

Optische Inspektion

Anschließend wird in die zu inspizierende Leitung eine ferngesteuerte, abbiege fähige Schiebekamera eingelassen. Der Inspekteur verfolgt den Lauf der Kamera durch das Abwassersystem über einen Monitor und kann so eventuell vorhandene Risse und Schäden sofort feststellen.
In manchen Fällen werden auch "Kanal-Spüldüsen mit Kameraauge" eingesetzt. Diese hydraulische Kameras, können die Leitungen im selben Arbeitsgang säubern und untersuchen.
Die hochauflösenden Videoaufnahmen der Kamera werden auf CD oder DVD aufgezeichnet und noch einmal begutachtet.
Schächte werden durch Inaugenscheinnahme auf Schäden geprüft, fotografiert und die Ergebnisse in einem Untersuchungsprotokoll festgehalten.

Dokumentation

Zu der Dichtigkeitsprüfung gehört auch eine vollständige Dokumentation. Diese beinhaltet:

  • schriftlicher Dichtheitszertifikat,
  • Untersuchungsvideos auf CD oder DVD,
  • Bestandslageplan,
  • Fotos der Einzelschäden,
  • Untersuchungsprotokolle der Rohre, Kanäle und Schächte