Kosten der Sanierung

Abhängikeit der Kosten

Pauschal lässt sich kaum eine Aussage zur Höhe der Sanierungskosten treffen, da diese abhängig sind von:

  • Art der Schäden
  • Außmaß der Schäden
  • Länge und Verlauf der Leitungen
  • Verzweigungsgrad der Abwasserleitungen
  • Zugänglichkeit für Bauarbeiten


Kosten schwanken stark

So bewegen sich die Kosten bei einem Grundstück in einer Spannweite von 1000 bis 6000 Euro. Tatsächlich ist es jedoch Möglich, dass diese Werte bis zu 30% schwanken können. Das hängt zum einen von regionalen Unterschieden als auch davon ab, wann man eine Dichtigkeitsprüfung vornehmen lässt. Kurz vor Ablauf der Prüffrist werden die Preise, aufgrund der großen Nachfrage sicherlich ansteigen.

Auf die Dichtigkeitsprüfung vorbereiten

Beratung

Für eine qualifizierte Beratung zum Thema Dichtigkeitsprüfung wenden Sie sich zunächst am besten an das zuständige Bauamt oder den Abwasserverband Ihrer Gemeinde. Eine Liste mit seriösen und lokalen Dienstleistungsanbietern, an die man sich für die Arbeiten am Abwassersystem wenden kann, hängt hier aus.
Auch in Ingenieurbüros können Sie bei allen Fragen zur Dichtheitsprüfung neutral und unabhängig, jedoch für Vergütung, beraten lassen. Diese sind zudem geeignet, sie bei eventuell anstehenden Sanierungsarbeiten der Abwasserleitungen zu beraten.

Sammelaufträge


Hilfen und Förderungen durch Kommunen oder das Land sind nicht vorgesehen. Darum ist es sinnvoll sich für die Dichtigheitsprüfung mit Nachbarn abzusprechen, um durch Sammelaufträge, den Aufwand für Fachbetriebe zu senken und die Kosten für die Inspektion drastisch zu vermindern.

Vor Ort

Ein reibungsloser Ablauf vor Ort spart oft Kosten und Mühen. Stellen Sie frühzeitig die notwendigen Planunterlagen zusammen oder beschaffen Sie diese beim Bauordnungsamt.
Das eigene Suchen nach Schächten auf dem Grundstück und nach Revisionsöffnungen und Bodeneinläufen in Gebäuden erleichtert später die Koordination der Untersuchungs- und Sanierungsmaßnahmen. Räumen Sie auch den Zugang zu Revisionsklappen und -schächten frei.

Rechtzeitig prüfen


Es ist sinnvoll, die Prüfung rechtzeitig durchführen zu lassen und nicht erst kurz vor Ablauf der Frist eine Firma für die Dichtigkeitsprüfung zu engagieren. Es kann passieren, dass durch den enormen Andrang, die Kosten der Inspektion stark ansteigen oder die Prüfung gar zu spät durchführbar ist. Eine Zweitprüfung kann zudem notwenig werden und verhindern, dass Sie den Dichtheitsnachweis termingerecht erbringen können. In diesem Fall sollten Sie sich umgehend mit der zuständigen Behörde in Verbindung setzen und informieren, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Betrifft mich die Dichtigkeitsprüfung?

Direkt betroffen sind alle Grundstückseigentümer!

Der Grundstückseigentümer ist verpflichtet sein Entwässerungssystem so zu betreiben, dass von ihm keine Gefahr für das Allgemeinwohl ausgeht. Dazu muss er innerhalb einer vorgeschriebenen Frist, seine Abwasserleitungen von qualifiziertem Fachpersonal auf Funktionalität und Dichtheit überprüfen lassen.

Mieter sind nur indirekt betroffen!

Mieter müssen der vom Eigentümer/Vermieter engagierten Firma lediglich Zugang zu Abwasserleitungen auf dem Grundstück und im Gebäude gewähren. Er muss damit rechnen, dass es während des Prüfzeitraumes zu Einschränkungen bei der Nutzung allen abwasserproduzierenden Geräten kommt.

Kosten bei der Dichtigkeitsprüfung sparen

Die Kosten der Dichtheitsprüfung können sich stark unterscheiden. Sammelaufträge in der Nachbarschaft vermindern die Kosten immens. Außerdem sollten Sie Vergleichsangebote für die Dichtigkeitsprüfung einholen und sich informieren, welche Leistungen das Angebot beihaltet und ob die engagierte Firma auch Sanierungsarbeiten durchfürhen lassen kann.

Vorsicht vor Kanalhaien!

Seien Sie besonders vorsichtig bei den sogenannten "Kanalhaien".

Der große Umfang der Dichtheitsprüfng lockt auch unseriöse Firmen an, die ihre Leistungen bei "Haustürgeschäften" zu einem sehr niedrigen Preis anbieten. Dieses Angebot entpuppt sich später jedoch oft als Kostenfalle für ahnungslose Eigentümer. Mit Überredungskunst und "Angstmache" verlangen die Firmen im Nachhinein große Summen und führen die Inspektion nur ungenügent durch.

Bei der Dichtigkeitsprüfung gilt wie überall: Immer erst genau hinsehen, das kleingedruckte lesen und Angebote vergleichen!

Kosten bei der Dichtheitsprüfung für Rohre lassen sich auch sparen, indem Sie dafür sorgen, daß alle Rohre frei zugänglich sind.

Warum wird Dichtigkeit geprüft?

Umweltschutz

1,5 Mio. km privaten Anschlusskanäle und Grundleitungen schlängeln sich durch Deutschlands Untergrund. Nach Schätzungen beträgt der Schaden an den Leitungen etwa 40%.
Das bedeutet eine große Bedrohung für die Umwelt und schließlich auch für uns, da das Grundwasser vom ausdringenden Schmutzwasser erheblich verunreinigt wird. Zusätzlich kann das Grundwasser, dass in defekte Rohrsysteme eindringt, die Abwasseranlagen negativ beeinträchtigen und zur hydraulischen Überlastung von Kanalnetzten führen.

Gesetz

Der Grundstückseigentümer wird in §60 des Wasserhaushaltsgesetztes verpflichtet seine Anlagen betriebssicher zu errichten, zu betreiben und zu unterhalten. Die DIN 1986-30 "Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke" verpflichtet die Bürger die Abwassersysteme des eigenen Grundstücks regelmäßig und von Fachpersonal auf Dichtheit überprüfen zu lassen.

Dichtigkeitsprüfung versäumen oder verweigern

Rechtliche Konsequenzen

Wer den Dichtigkeitsnachweis für sein Grundstück nicht termingerecht erbringt, muss mit Mahnschreiben rechnen, die den Eigentümer auffordern, die Prüfung binnen eines bestimmten Zeitraums nachzuholen und den Nachweis zu erbringen.

Zwangsmaßnahmen

Eigentümer, die sich auch weiterhin nicht bemühen sollten, den Dichtheitsnachweis zu erbringen, müssen mit Bußgeldern und Zwangsmaßnahmen in Form einer vom Bauamt engagierten Firma, welche die Dichtheitsprüfung durchführt, rechnen.

Mögliches Strafverfahren

Wenn bei einer Zwangsprüfung ein Leitungsschaden festgestellt wird, kann es zusätzlich zu einem Strafverfahren, wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung kommen:

§324 StGB "Gewässerverunreinigung":
(1) Wer unbefugt ein Gewässer verunreinigt oder sonst dessen Eigenschaften nachteilig verändert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) Handelt der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.