Beugen Sie Wurzeleinwuchs rechtzeitig vor

Ursachen und Konsequenzen

Die Wurzeln aller Pflanzen suchen sich ihren Weg in Richtung Wasser. Stoßen Sie dabei auf ein Abwasserrohr und sind dessen Muffenverbindungen nicht ganz korrekt angebracht, kann es schnell passieren, dass es zu Wurzeleinwuchs in den Entwässerungsanlagen kommt. Das führt wiederrum zu Rissen und Undichtigkeiten, die oft kostspielig saniert werden müssen.

Vorbeugen

Damit es gar nicht soweit kommt, sollte man bei der Planung der Grünfläche eines Grundstücks auf folgendes achten:

  • Sträucher und Bäume nicht direkt über die Abwasserleitungen bzw. die Kanalisation pflanzen
  • mindestens 1,5 bis 2 Meter Abstand zwischen Pflanze und Verlauf des Rohrsystems
  • vorsorglich für gleichmäßige Feuchtigkeit sorgen, damit auch "Flachwurzler" keinen Grund haben, sich weiter im Erdreich auszubreiten
  • unbedenkliche Pflanzen sind normalerweise Rasen und Blumen-Stauden (einschließlich Blumenzwiebeln)

Schäden beheben

Sind Wurzeln erst einmal eingewachsen, kann man sie auffräsen lassen oder neuerlichem Wachstum sicher und dauerhaft mit einer Inlinersanierung vorbeugen.

Betrifft mich die Dichtigkeitsprüfung?

Direkt betroffen sind alle Grundstückseigentümer!

Der Grundstückseigentümer ist verpflichtet sein Entwässerungssystem so zu betreiben, dass von ihm keine Gefahr für das Allgemeinwohl ausgeht. Dazu muss er innerhalb einer vorgeschriebenen Frist, seine Abwasserleitungen von qualifiziertem Fachpersonal auf Funktionalität und Dichtheit überprüfen lassen.

Mieter sind nur indirekt betroffen!

Mieter müssen der vom Eigentümer/Vermieter engagierten Firma lediglich Zugang zu Abwasserleitungen auf dem Grundstück und im Gebäude gewähren. Er muss damit rechnen, dass es während des Prüfzeitraumes zu Einschränkungen bei der Nutzung allen abwasserproduzierenden Geräten kommt.

Dichtigkeitsprüfung versäumen oder verweigern

Rechtliche Konsequenzen

Wer den Dichtigkeitsnachweis für sein Grundstück nicht termingerecht erbringt, muss mit Mahnschreiben rechnen, die den Eigentümer auffordern, die Prüfung binnen eines bestimmten Zeitraums nachzuholen und den Nachweis zu erbringen.

Zwangsmaßnahmen

Eigentümer, die sich auch weiterhin nicht bemühen sollten, den Dichtheitsnachweis zu erbringen, müssen mit Bußgeldern und Zwangsmaßnahmen in Form einer vom Bauamt engagierten Firma, welche die Dichtheitsprüfung durchführt, rechnen.

Mögliches Strafverfahren

Wenn bei einer Zwangsprüfung ein Leitungsschaden festgestellt wird, kann es zusätzlich zu einem Strafverfahren, wegen fahrlässiger Gewässerverunreinigung kommen:

§324 StGB "Gewässerverunreinigung":
(1) Wer unbefugt ein Gewässer verunreinigt oder sonst dessen Eigenschaften nachteilig verändert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) Handelt der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

Kosten der Sanierung

Abhängikeit der Kosten

Vorab lässt sich keine Aussage zur Höhe der Sanierungskosten treffen, da diese extrem variieren und abhängig sind von:

  • Länge und Verlauf der Leitungen
  • Verzweigungsgrad der Abwasserleitungen
  • Zugänglichkeit für Bauarbeiten
  • Art der Schäden
  • Außmaß der Schäden


Kosten schwanken stark

So bewegen sich die Kosten bei einem Grundstück in einer Spannweite von 1000 bis 6000 Euro. Man muss jedoch damit rechnen, dass diese Werte bis zu 30% schwanken können. Das hängt zum einen von regionalen Unterschieden als auch davon ab, wann man eine Sanierung vornehmen lässt. Kurz vor Ablauf der Prüffrist werden die Preise, aufgrund der großen Nachfrage sicherlich ansteigen.

Zusätzliche Wasserdichtigkeitsprüfung

Fehlerfrei prüfen

Der Gesetzgeber schreibt eine optische Dichtheitsprüfung zum Nachweis der Funktionalität des Entwässerungssystems der Grundstücke vor.
Es zeigt sich jedoch häufig, dass diese Methode recht ungenau ist und leicht, selbst große Mängel, vom Fachpersonal übersehen werden. Wer sicher gehen will, dass sein Abwassersystem fehlerfrei funktioniert, sollte eine zusätzliche Prüfung durch Druckbeschlagung mit Wasser oder Luft durchführen lassen. Dies ist zudem notwendig, wenn Teile des Leitungsnetztes mit der Kamera nicht zu erreichen sind.
Eine solche Dichtheitsprüfung ist aber vor allem bei der Erstprüfung sinnvoll, um eventuelle Schadstellen rechtzeitig feststellen zu können.

Vorgehensweise

Das Prinzip dieses Prüfvorgangs ist recht simpel:

Das Netz wird an seinem tiefsten Punkt mit einer pneumatischen Rohrblase druckdicht verschlossen. Anschließend leitet man Wasser( oder Luft) in den zu überprüfenden Leitungsabschnitt oder in das gesamte Netz. Ist ein konstanter Wasserpegel erreicht, beginnt die 15-minütige Prüfphase, in der Wasser, das während des Vorgangs austritt, nachgegossen und der Wasserzugabewert exakt festgehalten wird. Überschreitet dieser Wert die zuvor festgelegte erlaubte Grenze oder wird gar kein stabiler Wasserstand erreicht, gilt die Leitung als undicht und muss saniert werden.

Rohr- und Kanalsanierung in geschlossener Bauweise

Verfahren

Bei der Sanierung in geschlossener Bauweisse entfällt das Aufgraben des Grundstückes. Dafür können jedoch nur kleinere Schäden behoben werden und auch nur, wenn die Leitung noch stabil ist.
Über die Reinigungsleitung, die sich oft im Keller befindet, wird beim Inliner-Verfahren ein spezieller Schlauch in die rissige Abflussleitung eingezogen, um später die neue Innenwand des Abflussrohres zu bilden.

Vorteile:    

  • Baumaßnahmen nehmen wenig Zeit in Anspruch (1/2 Tag pro Leitung)
  • günstiger gegenüber der offenen Bauweise
  • Grundstücksoberfläche wird nicht beschädigt

Nachteile:   

  • sehr zeitintensiv
  • nur geringe Schäden(Risse, Scherben) sind behandelbar
  • Inlinerverfahren kann nur angewandt werden wenn ein Rohrdurchmesser von mindestens 10 cm gewährleistet ist

 

Kombination der Sanierungsverfahren

Selten kommt bei der Sanierung der Abwassersysteme nur ein Verfahren zur Anwendung, da Leitungsschäden oft über das Grundstück verteilt und nicht mit einer Bauweise zu beheben sind. In der Kombination von offener und geschlossener Bauweise lassen sich komplette Entwässerungsanlagen sanieren.