Zusätzliche Wasserdichtigkeitsprüfung

Fehlerfrei prüfen

Der Gesetzgeber verpflichtet die Bürger eine optische Inspektion zum Nachweis der Dichtigkeit des Abwassersystem des eigenen Grundstückes vornehmen zu lassen.
Jedoch zeigt sich häufig, dass Leitungen, die dicht aussehen und bei einer optischen Inspektion bestehen, große Mängel bei einer Dichtigkeitsprüfung durch Druckbeschlagung mit Wasser bzw. Luft aufweisen. Nur diese kann fehlerfrei nachweisen, dass ein Abwassersystem intakt ist oder gegebenenfalls Schadstellen exakt feststellen. Eine solche Dichtigkeitsprüfung ist also bei der Erstprüfung durchaus sinnvoll.
DIN 1986-30 lässt aber die Kamerauntersuchung als Dichtheitsnachweis "im Sinne dieser Norm" für Leitungen zu, in denen ausschließlich häusliches Abwasser abgeleitet wird.

Eine Wasserdichtheitsprüfung ist zudem notwendig, wenn Teile des Grundstücknetztes nicht mit der Kamera erreichbar sind.

Vorgehensweise

Das Prinzip dieses Prüfvorgangs ist recht simpel:

Nachdem das Netz an seinem tiefsten Punkt mit einer pneumatischen Rohrblase druckdicht verschlossen wird, leitet man Wasser( oder Luft) in den zu überprüfenden Leitungsabschnitt bzw. in das gesamte Netz. Ist ein konstanter Wasserpegel erreicht, beginnt die 15-minütige Prüfphase. Wasser, das während des Vorgangs austritt, wird nachgegossen und der Wasserzugabewert exakt festgehalten. Überschreitet dieser Wert die zuvor festgelegte erlaubte Grenze oder wird gar kein stabiler Wasserstand erreicht, gilt die Leitung als undicht und muss saniert werden.

Beugen Sie Wurzeleinwuchs rechtzeitig vor

Ursachen und Konsequenzen

Das Wurzelwerk der Pflanzen sucht sich in aller Regel seinen Weg in Richtung Wasser. Abwasserleitungen, deren Muffenverbindungen nicht korrekt angebracht sind, werden auf die Dauer von Wurzeln durchdrungen. So kommt es schnell zu Undichtigkeiten im Entwässerungssystem, die sich nur kostenintensiv reparieren lassen.

Vorbeugen

Damit es gar nicht soweit kommt, sollte man bei der Planung der Grünfläche eines Grundstücks auf folgendes achten:

    * Bäume und Sträucher nicht über die Abwasserleitungen bzw. die Kanalisation pflanzen
    * 1,5 bis 2 Meter Abstand zwischen Pflanze und Verlauf des Entwässerungssystems
    * vorsorglich für gleichmäßige Feuchtigkeit sorgen, damit auch "Flachwurzler" keinen Grund haben, sich weiter im Erdreich auszubreiten
    * unbedenkliche Pflanzen sind Rasen und Blumen-Stauden (einschließlich Blumenzwiebeln)

Schäden beheben


Sind Wurzeln erst einmal eingewachsen, kann man sie auffräsen lassen oder neuerlichem Wachstum sicher und beständig mit einer Inliners- oder Kurzlinersanierung vorbeugen.

Rohr- und Kanalsanierung in offener Bauweise

Verfahren

Größere Sanierungsarbeiten werden in offener Bauweise durchgeführt. Dazu wird zuerst eine Baugrube ausgehoben, um direkt an den defekten Leitungen arbeiten zu können. Leitungsabschnitte oder sogar die gesamte Leitung können so ersetzt werden. Anschließend werden die Rohrübergänge erneut mit einander verbunden, wieder abgedichtet und die Baugrube nach abgeschlossener Arbeit aufgefüllt.

Vorteile:        

  • kann bei größeren Bauvorhaben eingesetzt werden

Nachteile:

  • sehr zeitintensiv
  • aufwendige und teure Durchführung
  • Grundstücksoberfläche wird teilweise stark beschädigt

Kosten bei der Dichtigkeitsprüfung sparen

Die Kosten der Dichtheitsprüfung können sich stark unterscheiden. Sammelaufträge in der Nachbarschaft vermindern die Kosten immens. Außerdem sollten Sie Vergleichsangebote für die Dichtigkeitsprüfung einholen und sich informieren, welche Leistungen das Angebot beihaltet und ob die engagierte Firma auch Sanierungsarbeiten durchfürhen lassen kann.

Vorsicht vor Kanalhaien!

Seien Sie besonders vorsichtig bei den sogenannten "Kanalhaien".

Der große Umfang der Dichtheitsprüfng lockt auch unseriöse Firmen an, die ihre Leistungen bei "Haustürgeschäften" zu einem sehr niedrigen Preis anbieten. Dieses Angebot entpuppt sich später jedoch oft als Kostenfalle für ahnungslose Eigentümer. Mit Überredungskunst und "Angstmache" verlangen die Firmen im Nachhinein große Summen und führen die Inspektion nur ungenügent durch.

Bei der Dichtigkeitsprüfung gilt wie überall: Immer erst genau hinsehen, das kleingedruckte lesen und Angebote vergleichen!

Kosten bei der Dichtheitsprüfung für Rohre lassen sich auch sparen, indem Sie dafür sorgen, daß alle Rohre frei zugänglich sind.

Sanierung mit dem Flutungsverfahren

Allgemein

Das Flutungsverfahren ist eine neue Methode der Sanierung bei Abwasserleitungen und eignet sich bei der Abdichtung von Rissen und kleineren Schäden. Diese innovative Praktik hat den Vorteil von geringem Zeitaufwand und hinterlässt durch die geschlossene Bauweise keine Narben auf der Grundstücksfläche.
Trotzdem gibt es noch ungeklärte Fragen. So sind Dauerhaftigkeit und Umweltverträglichkeit bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht eindeutig geklärt. Bislang wurden aber keine giftigen Stoffe in den Chemikalien nachgewiesen, so dass das Flutungsverfahren in Deutschland mittlerweile von etwa 80 Sanierungsfirmen angeboten wird.

Durchführung

Das undichte Rohr wird zunächst erneut gereinigt. Anschließend flutet man es mit eine Chemikalie, die sich durch den hydrostatischen Druck an den defekten Stellen sammelt und sich im umliegenden Erdreich ansetzt. Die Chemikalie wird nun abgepumpt und eine zweite wird ins Rohr geleitet. In Verbindung mit der ersten, die sich nun nur noch an den Schadstellen befindet, verhärtet sich die Mischung zu einer Art festen Gesteins, das sich im Erdreich bildet, die Leitung abdichtet und den Austritt von Abwasser verhindert.

Warum wird Dichtigkeit geprüft?

Umweltschutz

1,5 Mio. km privaten Anschlusskanäle und Grundleitungen schlängeln sich durch Deutschlands Untergrund. Nach Schätzungen beträgt der Schaden an den Leitungen etwa 40%.
Das bedeutet eine große Bedrohung für die Umwelt und schließlich auch für uns, da das Grundwasser vom ausdringenden Schmutzwasser erheblich verunreinigt wird. Zusätzlich kann das Grundwasser, dass in defekte Rohrsysteme eindringt, die Abwasseranlagen negativ beeinträchtigen und zur hydraulischen Überlastung von Kanalnetzten führen.

Gesetz

Der Grundstückseigentümer wird in §60 des Wasserhaushaltsgesetztes verpflichtet seine Anlagen betriebssicher zu errichten, zu betreiben und zu unterhalten. Die DIN 1986-30 "Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke" verpflichtet die Bürger die Abwassersysteme des eigenen Grundstücks regelmäßig und von Fachpersonal auf Dichtheit überprüfen zu lassen.